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Neue Endhaltestelle Am Schinnergraben ist in Betrieb

Umbaumaßnahmen am Schinnergraben in Hechtsheim sind abgeschlossen.

Der Umbau der Straßenbahn-Endhaltestelle am Schinnergraben in Hechtsheim ist abgeschlossen. MVG-Geschäftsführer Jochen Erlhof und die Mainzer Verkehrs- und Umweltdezernentin Katrin Eder erläuterten heute den Medien vor Ort Einzelheiten des Projektes und hatten dazu unter anderem auch Vertreterinnen und Vertreter des Ortsbeirates Hechtsheim eingeladen.   

Der Umbau der Haltestelle startete 2018. Auslöser der Umgestaltung war der schlechte Gleiszustand im Bereich der Umfahrung an der Endhaltestelle. Hier waren starke so genannte Ausfahrungen im Schienenkopf zu erkennen, die beim Befahren der Wendeschleife auch sicherheitsrelevant waren.  Damit der Straßenbahnbetrieb dennoch weitergehen konnte, stellte die Mainzer Mobilität die Befahrung der Umfahrung ein und baute einen provisorischen Ausstiegsbahnsteig. Als Einstiegsbahnsteig und zur Aufstellung der Straßenbahnen in Pausen nutzte man den  Bestandsbahnsteig auf der Westseite der Wendeschleife "Am Schinnergraben".

Probleme vor dem Umbau

Der Zustand der Bahnsteige und der Wege zur Haltestelle waren nicht barrierefrei gestaltet – in der Vergangenheit fehlte es an vollständig stufenlosen Zuwegungen für Rollstuhlfahrer auf die Bahnsteige und in die Fahrzeuge. Auch ein taktiles Leitsystem mit Anbindung an die dynamische Kundeninformationsanlage gab es bisher nicht. Die abgeschlossene Umgestaltung des gesamten Bereichs beinhaltet die Erneuerung der bestehenden Wendeschleife, den Bau eines zusätzlichen Stumpfgleises und einen barrierefreien Mittelbahnsteig für ankommende und abfahrende Fahrgäste. Die Erneuerung der Umfahrung umfasste dabei auch die Homogenisierung des Wendeschleifenradius. Außerdem wurde im Zuge des Projektes eine bestehende Weiche erneuert und eine neue Weiche zur Einfahrt in das mittig liegende Stumpfgleis gebaut. werden. Die Ausführung des mittig liegenden neuen Stumpfgleises als Asphaltgleis und die neu geplante Ausfahrtsrampe am südlichen Ende der Wendeschleife ermöglicht künftig den Halt eines Busses am Bahnsteig. So müssen sich Fahrgäste, auch im Falle eines Schienenersatzverkehrs, nicht umorientieren und ein barrierefreier Ein- und Ausstieg wird "Am Schinnergraben" künftig stets gewährleistet.

Neue Möglichkeiten

Für die MVG hat die Umgestaltung einen weiteren betrieblichen Vorteil: Der Bau des Stumpfgleises ermöglicht eine so genannte überschlagende Wende. Künftig können "Am Schinnergraben" zwei Straßenbahnen gleichzeitig in Pausenstellung gehen. Das bringt zudem eine neue Überholmöglichkeit im Straßenbetrieb mit sich. Das Wendegleis wird im Regelbetrieb nicht befahren und dient nur als Notumfahrung.

Mit der Maßnahme wurde zudem ein Großteil des bisherigen mit Pflaster eingedeckten Gleises entsiegelt und als Rasengleis ausgebaut. In Ergänzung mit einer festgesetzten Höchstgeschwindigkeit von 10 Kilometern pro Stunde im Bereich der Endhaltstelle sind keine Überschreitungen der Immissionsgrenzwerte (Schall und Erschütterung) zu erwarten. Zudem wird die Wendeschleife ja nicht im Regelbetrieb genutzt, so verringern sich die Anzahl der Fahrten auf ein Minimum.

Die Baukosten betrugen insgesamt rund 900.000 Euro, 200.000 Euro davon übernahmen das Land Rheinland-Pfalz und die Stadt Mainz für unter anderem den barrierefreien Ausbau der Haltestelle.