Erhöhtes Beförderungsentgelt

Erhöhtes Beförderungsentgelt (kurz: EBE)

Nachfolgend erhalten Sie einige, wichtige Informationen rund um das Erhöhte Beförderungsentgelt (kurz: EBE).

Wenn Sie bei einer Fahrausweiskontrolle ohne gültigen Fahrausweis angetroffen wurden, muss ein Erhöhtes Beförderungsentgelt (EBE) in Höhe von 60 € bezahlen.

Ausnahme ist, wenn Sie im Besitz einer persönlichen, also nicht übertragbaren, Zeitkarte (ab der Wochenkarte) sind, die Sie vergessen haben und die zum Zeitpunkt der Kontrolle gültig gewesen wäre. Hier reduziert sich das EBE auf 7,- €.

Bitte beachten Sie hierbei, dass wir uns an die gesetzlichen Vorgaben und die Beförderungsbedingungen halten. Bei der Fahrausweisprüfung selbst kann daher durch unser Prüfpersonal immer nur festgestellt werden, ob ein Fahrgast zum Zeitpunkt der Kontrolle einen gültigen Fahrausweis vorzeigen kann. Ist dem nicht so, muss dieser Fahrgast leider aufgeschrieben werden und erhält ein EBE. Umstände, die eventuell zu dieser Situation geführt haben, kann unser Prüfpersonal aufgrund der Gleichbehandlung aller Fahrgäste nicht berücksichtigen. Es kann immer erst im Nachhinein eine detaillierte Prüfung des Vorfalls stattfinden, wenn Sie sich innerhalb der Frist an uns wenden.

Damit es erst gar nicht zu dieser Situation kommt, nachfolgend ein paar Tipps.

Tipps für die Fahrausweisprüfung

Wenn Sie eine Sammelkarte nutzen, dann müssen Sie diese beim Einsteigen unverzüglich entwerten, das heißt Sie sollten nicht erst im Fahrzeug anfangen zu kramen und vor allem dürfen Sie sich nicht hinsetzen. Am besten die Sammelkarte schon vorm Einsteigen bereithalten.

Sollte Ihr Kind ebenfalls mit Sammelkarten unterwegs sein, so informieren Sie bitte auch Ihr Kind hierüber.

Wenn Sie eine Sammelkarte nutzen, dann achten Sie immer auf das aufgedruckte Kaufdatum, da die Karten nur noch sechs Monate nach Tarifwechsel gültig sind.

Wenn einer der Entwerter zum Entwerten der Sammelkarten defekt sein sollte, setzen Sie sich bitte nicht einfach hin. Probieren Sie den anderen Entwerter aus – falls es einen gibt, da unsere "kleinen" Busse nur einen Entwerter haben – und gehen Sie in jedem Fall zum Fahrer und klären mit ihm, was Sie tun sollen. Die Karte kann dann mit einem Kugelschreiber entwertet werden, indem Datum und Uhrzeit auf die Karte geschrieben wird.

Wenn Sie einen Fahrausweis an einem Automaten kaufen wollen und dieser ist defekt, dann dürfen Sie nicht einfach einsteigen und sich hinsetzen. Bitte kaufen Sie sich stattdessen einen Fahrschein beim Fahrpersonal.

Wenn Sie keinen Fahrausweis haben, dann steigen Sie bitte immer – wie übrigens auch in den Beförderungsbedingungen beschrieben – vorne beim Fahrer ein. Auch wenn Sie ggfs. bis zur nächsten Haltestelle warten müssen, da unser Fahrpersonal während der Fahrt nichts verkaufen darf, so machen Sie Ihren Kaufwunsch deutlich, indem Sie zum Beispiel schon das Geld parat haben und neben dem Fahrer in Fahrtrichtung stehen bleiben.

Sollten Sie mit Kinderwagen oder Fahrrad an Tür 2 einsteigen müssen und der Fahrer muss aus Zeitgründen bereits wieder direkt los fahren, so kaufen Sie sich spätestens an der nächsten Haltestelle einen Fahrausweis. Ein längerer Zeitraum kann leider nicht geduldet werden.

Das Fahrpersonal ist nicht verpflichtet, Scheine über 20,- € annehmen zu müssen. Daher bitte immer vorher wechseln. Wenn das nicht möglich ist, dann stellt Ihnen der Fahrer gerne eine Gutschrift aus, das heißt er behält zum Beispiel den 50-€-Schein und Sie erhalten eine Gutschrift über das Restgeld. Diese Gutschrift bekommen Sie dann in unserem Verkehrs Center ausgezahlt. Ansonsten kann der Fahrer Ihnen leider keinen Fahrausweis verkaufen und darf Sie ohne Fahrausweis natürlich auch nicht mitnehmen.

Achten Sie darauf, dass Sie mit einer Kurzstrecke auch wirklich spätestens an der dritten Station aussteigen.

RMV-Einzelfahrausweise gelten nur für eine Fahrt in eine Richtung. Man darf solange umsteigen, bis man das Ziel erreicht hat, muss aber immer das nächste Anschlussfahrzeug nehmen. Falsch ist – wie von manchen Kunden angenommen – dass man 60 oder 90 Minuten hin- und herfahren darf.

Informieren Sie sich bei Unsicherheit immer beim Fahrpersonal, denn leider gilt folgender Passus: "Grundlage für die Erhebung eines erhöhten Beförderungsentgelts ist § 9 Abs. 1 der Verordnung über die Allgemeinen Beförderungsbedingungen für den Straßenbahn- und Omnibusverkehr (VO-ABB). Die VO-ABB setzt hinsichtlich der Frage, ob ein erhöhtes Beförderungsentgelt zu entrichten ist, kein Verschulden voraus. Sie trifft keine Unterscheidung dahingehend, ob jemand vorsätzlich oder fahrlässig im Rahmen einer Kontrolle ohne Fahrschein angetroffen wird. Dies hat lediglich Bedeutung für ein etwaiges Strafverfahren."

Laminieren Sie Ihren Fahrausweis auf gar keinen Fall ein. Dies ist laut Tarifbestimmungen verboten und der Fahrausweis wird dadurch ungültig.

Wenn Sie doch einmal aufgeschrieben wurden, so haben Sie insgesamt sieben Tage Zeit, um

  • die persönliche Fahrkarte, die zum Zeitpunkt der Fahrscheinkontrolle gültig war, nachzuzeigen und das dann ermäßigte EBE in Höhe von 7,- € zu zahlen.
  • das EBE in Höhe von 60,- € zu zahlen, wenn Sie keinen persönlichen Fahrschein haben.
  • schriftlich Widerspruch einzulegen, wenn Sie der Meinung sind, dass Sie zu unrecht aufgeschrieben wurden. Den Widerspruch senden Sie bitte unter Angabe der EBE-Nummer per E-Mail an oder per Brief an die RMV-Mobilitäts-Beratung im Verkehrs Center Mainz, Bahnhofplatz 6A, 55116 Mainz. Der Vorfall wird daraufhin detailliert geprüft und Sie erhalten Antwort. Wenn Sie mit der Antwort nicht einverstanden sein sollten, wenden Sie sich bitte an die Verbraucherschlichtung (siehe nächster Abschnitt).

Verbraucherschlichtung

Als Mitglied des Trägervereins der Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (söp), einer nach dem Verbraucherstreitbeilegungsgesetz (VSBG) anerkannten Verbraucherschlichtungsstelle, ist die Mainzer Verkehrsgesellschaft mbH bereit und aufgrund der Satzung des Vereins verpflichtet, zur Beilegung von Streitigkeiten, die im Zusammenhang mit einem Beförderungsvertrag stehen, an einem Streitbeilegungsverfahren teilzunehmen.

Die Anschrift der bei solchen Streitigkeiten zuständigen Verbraucherschlichtungsstelle lautet:

Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr e.V. (söp)
Fasanenstraße 81
10623 Berlin
Webseite: www.soep-online.de  

Hinsichtlich anderer, nicht im Zusammenhang mit einem Beförderungsvertrag stehender Streitigkeiten, wird die Mainzer Verkehrsgesellschaft mbH nicht an einem Streitbeilegungsverfahren vor einer Verbraucherschlichtungsstelle teilnehmen.